Manche Bücher liest man. Unsere betritt man.
Welt 01 · Willkommen in der Welt vonDurst
Durst
Ein Ruck ging durch seinen mächtigen Körper. Er stopfte das Tuch in seine Hosentasche und befingerte dann die Klimaanlage, die bereits auf vollen Touren lief und dennoch mit dem Kühlen nicht hinterherkam.
„Was ist denn überhaupt passiert?“ Corvin stützte sich schwer atmend auf die Arbeitsplatte neben seinem Teamleiter und versuchte dessen Blick wieder einzufangen: „Die Sicherheitsleute unten vor der Tür wollten mir nichts sagen.“
Morten seufzte und ließ von der Klimaanlage ab, um sich den Schweiß mit dem Handrücken von der Stirn zu wischen: „Korlunt hat mich gestern Abend angerufen. Er wusste, dass wir einen Teil der Gelder in ein anderes Projekt stecken.“
Corvin lief ein Schauer über den Rücken: „Minister Korlunt?“
Morten nickte bedeutsam.
„Und …“, Corvin schluckte und spürte, wie sein Adamsapfel in Zeitlupe nach oben und wieder nach unten rutschte, während die Zeit kurz stehenzubleiben schien. „Was hast du ihm gesagt?“, fragte er, als die Zeit wieder ihren normalen Gang aufgenommen hatte.
„Nichts! Ich habe gesagt, ich wisse nicht, wovon er spreche. Wir würden genau protokollieren, wofür die Forschungsgelder verwendet werden, und die Protokolle hätte er ja vorliegen.“
Morten sah sich kopfschüttelnd im Labor um: „Und heute Morgen sah es hier dann so aus …“ Er wedelte mit der Hand in Richtung Laborräume. „Wir werden Wochen brauchen, bevor wir wieder normal arbeiten können!“
Für einen Moment tat er Corvin leid. Morten liebte seine Arbeit hier. Aber er brauchte Struktur, um arbeiten zu können. Struktur und einen klaren Ablaufplan. Nichts brachte ihn mehr aus der Fassung als Rückschläge und Hindernisse, die bisher lediglich finanzieller Natur gewesen waren.
Morten hatte begonnen mit dem Schweißtuch, das er wieder aus seiner Tasche hervorgeholt hatte, die Pfützen vergossener Reagenzien auf der Laborbank aufzuwischen.
„Wir wussten, dass wir Schwierigkeiten bekommen könnten“, warf Corvin ein.
Morten sah in an: „Mir wird das jetzt doch zu heiß“, meinte er und fingerte an dem Verschluss einer Wasserflasche. „Sie haben ES zwar nicht gefunden. Aber wenn der Minister Bescheid weiß, dann weiß es auch Gant Mono. Vielleicht weiß der Minister es auch von Mono. Egal wie. Das Viech muss weg. Schafft es weg. Erstmal weg. Und dann sehen wir weiter.“
Corvin beobachtete ihn, wie er gierig das kostbare Nass in sich hineinlaufen ließ. Wie in ein Fass ohne Boden. Er hat Angst, dachte Corvin. Es war absurd. Morten war ein Bär von einem Menschen. Es stimmte etwas ganz gewaltig nicht, wenn so jemand Angst hatte. Dann war die Welt wahrhaftig aus den Fugen. Fugen aus Sand. Alles stürzte zusammen. Alles zerrann.
Corvin sah nach draußen: Vor dem Institutsgebäude tobte einer dieser kurzen aber heftigen Sandstürme vorbei und versperrte die Sicht auf die Wolkenkratzer des gegenüberliegenden Platzes. Die Fenster der ursprünglich futuristisch anmutenden Gebäude dort waren blind – geschliffen von den immer wiederkehrenden Stürmen aus Südwesten, die den vor der Stadt angetürmten Sand mit sich trugen. In den schmalen Häuserschluchten entwickelten diese Stürme eine ungeheure Gewalt. Da die Sonnenstrahlen das milchige Glas nur gemildert durchdringen konnten, war es in den Räumen dahinter angenehm kühl und man hatte sich nicht die Mühe gemacht, die Fenster durch resistentes Glas zu ersetzen.
Beim Bau des Instituts für Synthetische Biologie hatte man leider mehr Wert auf die Aussicht gelegt.
Morten setzte die Flasche ab und fächerte sich Luft zu: „Man kann ja kaum klar denken bei dieser Hitze.“ Er strich sich seine verschwitzten Haare aus der Stirn, straffte seinen Rücken, wandte sich von Corvin ab und griff nach dem Morphonikator. Dank Monos neuen „Monopower“-Verstärkermasten konnte man darüber seit einigen Monaten wieder kommunizieren. Eine ausgeklügelte Erfindung, die es vor einigen Jahrzenten möglich gemacht hatte, Kommunikation über morphogenetische Felder laufen zu lassen. Die zunehmenden Stürme hatten zwar einen Rückschlag bedeutet, doch Monos Masten hielten den Sandstürmen stand und sendeten relativ rauschfrei und zuverlässig.
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Sonja Baum
Erstes Kapitel
Corvin
Scherben von Reagenzgläsern knirschten unter Corvins Füßen. Die schwarzen Schlünde der aufgerissenen Laborschränke schienen nach ihren scheinbar willkürlich herausgerissenen Geräten und Reagenzien zu schreien. Alles lag in einem heillosen Durcheinander auf den Laborbänken und dem Boden und ein beißender Geruch stieg in Corvins Nase.
Er lief von Gang zu Gang auf der Suche nach Morten und ließ seinen Blick über die Spuren der Verwüstung gleiten. Endlich, an der letzten Laborbank, wurde er fündig. Dicht beschriebene Seiten von Laborprotokollen flatterten im Wind des Ventilators durch die Luft und um Mortens Kopf. Der saß inmitten des Durcheinanders an der Laborbank vor seinem Büro und schien erst durch Corvins Ankunft aus einem komatösen Schock zu erwachen. Wie aus weiter Ferne kehrte sein Blick zurück und fixierte Corvin.
„Das Wassum muss weg“, sagte Morten tonlos.
Es traf Corvin wie ein Schlag.
Morten öffnete die rechte Hand und ein Tuch kam zum Vorschein, das er zu einem Ballen zusammengeknüllt hatte. Er faltete es nun sorgfältig auseinander und tupfte sich damit den Schweiß von der Stirn: „Es ist nicht mehr sicher hier.“
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DURST
Sonja Baum · Roman · Frühjahr 2027
Im Jahr 2140 gehört Wasser nicht mehr allen. Ein Konzern entscheidet, wer überlebt.
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Das Wassum
Das Wesen, das
alles verändert.
Ein gentechnisch veränderter Tapir, erschaffen, um das Unmögliche zu leisten: Salzwasser aufnehmen und daraus reines Trinkwasser produzieren. Ein Monopol, das gebrochen werden kann, ist keines mehr.
SpeziesTapirus terrestris
Output12 Liter / Tag
KontrolleNicht gewährleistet
„Das Wassum muss weg“, sagte Morten tonlos. Es traf Corvin wie ein Schlag.
Aus dem ersten Kapitel
Welt 01 abgeschlossen
Welt 02 · Willkommen in der Welt vonFührung fühlen
Führung fühlen
Manche werden sich fragen: Wer ist dieser Marc, dass er sich das einfach herausnimmt? Eine wichtige Frage, auf die es eine einfache Antwort gibt: Ich bin ein Mensch, der anderen auf Augenhöhe begegnen möchte. Sie ist eine ganz entscheidende Voraussetzung für alles, was Dir in diesem Buch begegnen wird. Du wirst Dich auf den folgenden Seiten herausgefordert, ja streckenweise sogar provoziert fühlen – und genau das ist auch meine Absicht. Mein Ansatz für ,moderne Führung’ ruht auf den Prinzipien von Respekt und Anerkennung. Veraltete Modelle, die allein auf Hierarchie, Autorität und Gehorsam setzen, haben sich in meinen Augen längst als unbrauchbar erwiesen. Die Zeit des „Von-oben-herab“ im Bereich der Wissensvermittlung und Persönlichkeitsentwicklung ist ebenso vorbei wie die Masche der gespielten Unterwürfigkeit. Jede Form der traditionellen Hierarchie-Verstärkung wäre nur hinderlich für das, was ich mit Dir vorhabe. Wir alle sind in erster Linie Menschen und ich möchte sicherstellen, dass wir uns auch auf dieser Ebene begegnen, weil nur so die idealen Grundvoraussetzungen für eine effektive Lernbeziehung gelegt werden können.
Einverstanden?
Wenn Du bereit bist, Dich von mir an die Hand nehmen und durch dieses Buch führen zu lassen, dann verspreche ich Dir: Du wirst viele neue und wichtige Erkenntnisse für Dich mitnehmen, die Dich als Mensch und Führungskraft stärker, kompetenter und selbstbewusster machen werden. Was ich empfehle: Nimm beim Lesen einen Bleistift oder einen Textmarker zur Hand und markiere Dir die Textstellen, die besonders mit Dir resonieren, Dir besonders wichtig erscheinen oder Fragen aufwerfen. So wirst Du die Informationen in diesem Ratgeber optimal aufnehmen.
Eine Bitte: Am größten wird Dein Nutzen vom Inhalt dieses Buches sein, wenn Du all Dein Wissen und Deine Erfahrung für eine Weile beiseite legst, um Dich voll und ganz auf meine Botschaft einzulassen. Du musst ein leeres Gefäß werden, denn schließlich mangelt es dem gefüllten Krug an Aufnahmefähigkeit. Tust Du mir den Gefallen?
Dass heute – im Hier und Jetzt des Jahres 2025 – manche Dinge im Bereich Führung und Management anders laufen als noch vor zwanzig Jahren, ist eine Binsenweisheit, die nicht allzu viel Aufsehen bei Dir erregen sollte. Und doch muss man sich auch solche vermeintlichen Selbstverständlichkeiten wirklich bewusst machen. Schließlich laufen in jedem von uns zahllose antrainierte (und scheinbar bewährte) Denkweisen und Verhaltensmuster so automatisch ab, dass sie kaum noch hinterfragt werden – und damit weiterem Wachstum auf die gleiche Weise im Weg stehen wie alte Betriebssysteme einem notwendigen Software-Update. Bist Du offen genug, etwas Neues zu lernen und dieses Neue, Unbekannte und Seltsame erst einmal wirklich zu verinnerlichen, bevor Du es dann mit Deinem Wissens- und Erfahrungsschatz zu einer neuen Synthese verbindest? Ich bedanke mich für Dein Entgegenkommen!
Ganz gleich, ob Du bereits eine erfahrene Führungskraft bist, die täglich viele Menschen motiviert und koordiniert, Du noch am Anfang deiner Führungskarriere stehst oder lediglich einen geeigneten Startpunkt für Dein ganz persönliches Wachstum gesucht hast: dieses Buch holt Dich genau dort ab, wo Du gerade stehst. Es wurde nur aus einem Grund geschrieben: um Dich noch besser zu machen.
In keiner Weise sollst Du in den folgenden Kapiteln ,von oben herab’ belehrt oder klein gemacht werden. Schon gar nicht will ich mit erhobenem Zeigefinger Deine Schwächen und Fehler herausstellen oder den einzig wahren und bahnbrechenden Weg zum Glück weisen. Solche Überheblichkeiten überlassen wir denjenigen, die Menschen nicht wirklich inspirieren, sondern einzig zum Zwecke der Selbstbefriedigung mit allerhand Ratgebern und Besserwisser-Fibeln schnellen Reibach machen wollen.
Was wir hier gemeinsam vorhaben, hat damit nichts zu tun. Im Gegenteil. Ich verstehe mich als Vermittler und Moderator, der die Ehre hatte, bereits viele Hundert Menschen verschiedener Generationen führen und zu persönlichem und unternehmerischem Wachstum motivieren zu dürfen. Das war eine prägende Erfahrung, die mir bewusst gemacht hat: Wachstum ist möglich, wenn der einzelne Mensch in den Mittelpunkt gestellt wird. Als Offizier der Bundeswehr lernte ich die ,alten Hierarchien’ kennen, deren Funktions- und Wirkungsweise ich im Laufe meiner bisherigen Karriere mit neuen Führungsstilen der sogenannten Generation Z verband. Ganz egal welcher Generation Du dich zugehörig fühlst: Du wirst in diesem Buch die Vor- und Nachteile der traditionellen und modernen Führungsstile kennen und wertschätzen lernen und in jedem Fall wertvolle Einsichten für Dein Unternehmen, Deine Mitarbeiter und die Weiterentwicklung Deiner Persönlichkeit mitnehmen – immer vorausgesetzt natürlich, dass Du dich für manche ungewohnte Sichtweise öffnen kannst.
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Marc Ogiermann
Einleitung
Führung fühlen
Eine Gebrauchsanweisung für Profis und Praktiker, die (eigentlich) schon alles wissen. Wer andere anführen will, muss sich zuerst einmal selbst führen lassen. Was zunächst klingt wie ein Widerspruch, wird Dir schon sehr bald einleuchten. Als Autor dieses Buches möchte Dich dazu einladen, genau das zuzulassen. Bist Du dazu gewillt? Und ist es Dir recht, wenn ich Dich auf unserem gemeinsamen Weg duze?
Mein Name ist Marc Ogiermann. Hallo! Ich freue mich darauf, Dich durch die kommenden 18 Kapitel zu begleiten. Das Ziel dieses Buches ist es, Dich größer zu machen. Dabei hilft es, wenn wir gleich zu Anfang ein respektvolles Freundschaftsverhältnis begründen, das sich auch in der Sprache widerspiegelt. Die Personalpronomen Du, Dich, Dir und Dein schreibe ich durchgängig groß, um damit klarzumachen: Es geht mir um Dich, um Deine Entwicklung, denn Du stehst im Zentrum meiner Betrachtungen.
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Führungfühlen
Marc Ogiermann · Sachbuch · 2027
Wer sich selbst führt, dem folgen Menschen freiwillig.
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UnterspannungÜberspannungGrundspannung
Kapitel 18 · Die drei Spannungszustände
In welcher Spannung
bist Du gerade?
- Unterspannung„Das bringt doch eh nichts.“ Das Handeln bleibt aus, man gibt auf.
- ÜberspannungMit dem Kopf durch die Wand. Wie das Reh im Scheinwerferlicht.
- GrundspannungGefordert, aber nicht überfordert. Vertrauen statt Kontrolle.
Welt 02 abgeschlossen
Welt 03 · Willkommen in der Welt vonPommes zum Frühstück
Pommes zum Frühstück
Falls Dir also gerade niemand sagt, was Du eigentlich hören müsstest, sage ich es Dir jetzt: Was auch immer Du gerade fühlst, es ist richtig. Es gibt in dieser Phase kein Falsch.
Trauer ist kein Zeichen von Schwäche
Eine Trennung, egal von wem sie ausging, ist immer ein Verlust. Nicht nur der Verlust eines Menschen, sondern der Verlust einer ganzen vorgestellten Zukunft: der gemeinsame Alltag, den Du Dir ausgemalt hattest, das Familienbild, das Du im Kopf hattest, als Du in diese Beziehung gegangen bist. Selbst wenn Du diejenige warst, die gegangen ist, selbst wenn es die einzig richtige Entscheidung war, darfst Du trauern. Die Gesellschaft macht es uns da oft schwer. „Du hast Dich doch getrennt, war doch Deine Entscheidung“, hören viele Frauen, mit denen ich arbeite. Als würde das Recht auf Trauer verwirkt sein, nur weil man selbst gegangen ist. Das ist Unsinn. Unser Körper unterscheidet nicht sauber zwischen dem Verlust durch eine Trennung und dem Verlust durch einen Tod, die emotionale Reaktion ist sich erstaunlich ähnlich.
Es gibt ein bekanntes Modell zur Trauer, das ursprünglich für den Umgang mit Sterben und Tod entwickelt wurde, mit Phasen wie Verleugnung, Wut, Verhandeln, Depression und schließlich Akzeptanz. Diese Phasen verlaufen nicht ordentlich nacheinander, wie eine Liste, die man abhaken kann. Sie kommen und gehen, manchmal an einem einzigen Tag mehrfach. Und es gibt keine Frist, bis wann Du „fertig“ sein musst. Du trauerst so lange, wie Du trauerst. Es hilft mir bis heute, mich das immer wieder selbst zu fragen: Habe ich das eigentlich schon wirklich betrauert, oder habe ich es nur weggeschoben, weil ich funktionieren musste?
Ein bekanntes Trauermodell beschreibt außerdem eine Phase, die viele überrascht: das Verhandeln, oder auch die Hoffnung. Vielleicht ertappst Du Dich dabei, wie Du denkst: Vielleicht kommt er ja doch noch einmal zurück. Vielleicht wird alles wieder wie früher. Das ist kein Zeichen, dass Du schwach bist oder Dich nicht wirklich getrennt hast. Es ist ein völlig normaler Teil der Verarbeitung. Du darfst Dich dabei ertappen und Dich trotzdem fragen: Will ich das eigentlich wirklich? Diese Frage bringt Dich meistens weiter als die Hoffnung selbst.
Ein Teil des Trauerprozesses hat bei mir sehr konkret mit Dingen zu tun gehabt. Nach zehn gemeinsamen Jahren gab es einen gemeinsamen Haushalt, gemeinsame Möbel, unzählige gemeinsame Fotos. Ich habe damals alles, was uns beiden gehörte, erst einmal weggepackt, die Fotos auf eine Festplatte und außer Sicht. Richtig heilen konnte ich erst, als ich anfing, diese Dinge nach und nach durch eigene, neue zu ersetzen. Heute kann ich mir alte Urlaubsfotos ansehen, ohne dass es wehtut. Das war kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Prozesses. Wenn Du also gerade das Gefühl hast, Du kannst bestimmte Erinnerungsstücke einfach nicht anschauen, ist das kein Rückschritt, sondern ein Hinweis, wo Du im Prozess gerade stehst.
Wenn Gefühle keinen Raum bekommen
Was passiert, wenn Wut, Trauer oder Angst über lange Zeit unterdrückt werden, weil im Alltag einfach keine Zeit dafür zu sein scheint? Sie verschwinden nicht. Sie suchen sich einen anderen Weg. Bei mir war das über Jahre eine ständige Anfälligkeit für Erkältungen und Infekte, mein Körper hat sozusagen stellvertretend das ausgedrückt, was ich mir selbst nicht erlaubt habe zu fühlen. Bei anderen zeigt es sich anders: eine völlig überzogene Reaktion, wenn das Kind ein Glas Wasser umschüttet, obwohl das objektiv betrachtet gar nicht so schlimm ist. Wenn Du merkst, dass Du in letzter Zeit häufiger explodierst, öfter krank bist oder Dich ständig erschöpft fühlst, ohne dass es dafür eine eindeutige Erklärung gibt, lohnt sich die Frage: Welches Gefühl habe ich in letzter Zeit vielleicht weggedrückt, weil gerade keine Zeit dafür war?
Die Achterbahn
Wenn ich mit Frauen in dieser Phase spreche, beschreiben fast alle dasselbe Bild: eine Achterbahn. An einem Tag geht es Dir richtig gut, Du fühlst Dich stark, Du hast einen klaren Kopf, Du denkst, jetzt hast Du es geschafft. Am nächsten Tag liegst Du wieder völlig am Boden, wegen einer Kleinigkeit, einem Lied im Radio, einem Blick Deines Kindes, das so aussieht wie sein Vater. Das ist kein Rückschritt. Das ist der normale Verlauf von Heilung. Heilung verläuft nicht in einer geraden Linie nach oben, sondern in Wellen. Wichtig ist nur, dass die guten Tage über die Zeit mehr werden und die schlechten seltener, nicht dass sie ganz verschwinden.
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Steffi Dellmann
Kapitel 1
Wenn alles
zusammenbricht
Vielleicht liest Du dieses Buch mitten in der Nacht, weil Du sowieso nicht schlafen kannst. Vielleicht sitzt Du im Auto vor dem Kindergarten und hast noch fünf Minuten, bevor Du wieder funktionieren musst. Vielleicht hast Du es Dir in der Buchhandlung aus dem Regal gezogen, weil der Titel Dich angesprungen hat, ohne dass Du genau wusstest, warum. Wo auch immer Du gerade bist, eines vorweg: Du bist nicht allein, auch wenn es sich gerade genauso anfühlt.
Ich heiße Steffi Dellmann, ich komme aus Hamburg, und ich bin alleinerziehend, eigentlich schon seit dem siebten Monat meiner Schwangerschaft. Richtig angefangen hat es dann mit der Geburt meiner Tochter, die heute acht Jahre alt ist. Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl in den ersten Wochen: dieses bodenlose, alles überschwemmende Alleinsein. Ich kannte niemanden in meinem engsten Umfeld, dem es genauso ging. Ich habe bei Beratungsstellen angerufen und viele gute Informationen bekommen, welche Anträge ich stellen kann und welche Ansprüche mir zustehen. Aber die eine Frage, die mich nachts wachhielt, hat mir dort niemand beantwortet: Wie soll ich mich jemals wieder wie ich selbst fühlen? Bei einer Psychologin saß ich lange in der Warteschlange und hörte irgendwann den Satz: „Ihnen geht es doch eigentlich gut.“ Mir ging es überhaupt nicht gut. Ich habe mir meinen Weg dann selbst zusammengesucht, mit Coaches, mit Weiterbildungen, mit sehr viel Ausprobieren. Aus diesem Weg ist irgendwann ein Kurs entstanden, und aus diesem Kurs ist dieses Buch entstanden. Ich schreibe es für die Frau, die ich damals selbst gebraucht hätte.
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Pommes zum Frühstück,
Freiheit zum Nachtisch.
Steffi Dellmann · Ratgeber · 2027
Das Buch für die Zeit nach der Trennung. Einmal durch einen ganz normalen Tag.
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16:20 · Irgendwo zwischen Spielplatz und Supermarkt
Heilung verläuft in Wellen.
Du bist nicht allein, auch wenn es sich gerade genauso anfühlt.
Aus Kapitel 1 · Wenn alles zusammenbricht
Welt 03 abgeschlossen
Es kommen mehr · Programm ab 2027
Das Regal
füllt sich.
Nicht jedes Buch bekommt eine eigene Bühne auf dieser Seite. Aber jedes bekommt eine eigene Welt. Diese Titel sind in Vorbereitung.
Licht an · Das Verlagshaus
Wir liefern nicht
nur das Buch.
Jeder TELL-Titel kommt mit einer Welt, die bereits läuft, bevor Sie ihn listen. Vorschau, Materialien und Ansprechpartner auf Anfrage.
3
Titel im Startprogramm
1:1
Eine Welt pro Buch
100%
Marketing im Haus
2026.
Kampagnen auf Höhe der Zeit
Kontakt
Vorschau, Konditionen und Leseexemplare bekommen Sie direkt von uns. Wir antworten schnell, das ist der ganze Trick.
Was ist TELL
Wir sind TELL.
Der Verlag.
Wir verlegen Sachbücher, an denen unsere Leser wachsen können. Bücher, die Wissen vermitteln, neue Perspektiven eröffnen und Menschen ermutigen, Möglichkeiten zu entdecken, die sie vorher nicht gesehen haben.
Und wir verlegen Romane, die in andere Welten entführen. In sprachlich andere Welten oder in die Welten anderer Leben.
Was unsere Bücher verbindet, ist der Anspruch, etwas zu hinterlassen. Einen Gedanken. Eine Frage. Eine neue Sicht auf die Welt oder auf sich selbst.
Bücher, die wirklich etwas erzählen.
Warum TELL
TELL ist ein unabhängiger Verlag für Bücher, von denen wir überzeugt sind. Für starke Ideen, besondere Stimmen und Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden. Uns interessiert nicht, ob ein Buch in ein bekanntes Raster passt. Uns interessiert, ob es etwas zu sagen hat. Deshalb heißt dieser Verlag TELL.
Manuskripte nehmen wir derzeit nicht an. Sobald wir wieder öffnen, steht es hier.
Wer ist TELL
Sonja Ogiermann
Autorin, Moderatorin & Journalistin
Sonja kommt aus der Welt der Sprache und der Geschichten. Sie kennt Bücher von beiden Seiten, als Leserin und als Autorin.
Marc Ogiermann
Unternehmer & Verleger
Marc denkt unternehmerisch, entwickelt Ideen und macht aus ihnen Wirklichkeit. Er baut die Welten, in denen die Bücher stattfinden.
Drei Welten · Jetzt betreten
Jedes Buch hat
seinen Eingang.
Jede Welt öffnet sich in einem eigenen Fenster. Diese Seite bleibt offen, Sie verlieren nichts.